Cornelius Kolig spricht zu seinen Plexiglas-Objekten, die in den 1960-er und 1970-er Jahren entstanden sind.
Diesen Objekten ist im sogenannten „Paradies“, einer weitläufigen Anlage in Vorderberg im Gailtal in Kärnten, in dem Cornelius Kolig seine wichtigsten Installationen in einer Art Schaulager versammelte, ein eigenes Gebäude gewidmet mit durchscheinenden Wänden, was die durchscheinenden Objekten noch besondere „Leichtigkeit“ und Transparenz verleiht. Kolig selber hat in gewissem Sinne bedauert, dass durch das weiche Licht der Wände auch keine starken Schatten möglich sind.
In seinem Buch „Cornelius Kolig · Das Paradies – Eine Gebrauchsanweisung“ steht:
„Plexiglasobjekte seit 1964. Vorrichtung zum Verformen von Plexiglas, 1964 erstmals zusammengebaut: E-Heizelement, Pressluftflasche und Blas-Tisch mit Zwingen. (s. Foto li. unt. Anm. PP) Plexiglaszuschnitt auf ca. 180° C erhitzen, zwischen Blas-Tisch und Metallrahmen mit Zwingen und Dichtring luftdicht klemmen und mit etwa 6–10 Atü durch den Rahmen blasen. Solange Luft nachströmen lassen, bis die entstandene Blase abgekühlt ist und – steif geworden – sich nicht weiter verformen lässt. Bei anhaltendem Überdruck explodiert die Kugel, daher Gesichtsschutz tragen. Plexiglas im Werkzeug belassen (Priapos) oder aus dem Werkzeug nehmen und weiterverarbeiten.“
Aus: Cornelius Kolig, Das Paradies. Eine Gebrauchsanweisung, S. 805, Wien, Klagenfurt, 2013, Ritter Verlag