Cornelius Kolig zu „Grube“ und „Lebenswerk“

Cornelius Kolig zu einem der zentralen Objekte im „Paradies“. (01:22 min., 2022, Video © Peter Putz, www.ewigesarchiv.at)

Bei einem Rundgang am 5. Juni 2022 für das Video „Cornelius Kolig führt durchs Paradies“, sprach Cornelius Kolig auch zu einem der zentralen Objekte bzw. Installationen in der weitläufigen Anlage, dem „Lebenswerk“. Cornelius Kolig im O-Ton: „Dahinter, dieser kleine Turm, ist ein Fallklo, ein Art Lebenswerk. Als der Pfarrer von Sternberg in der Nähe von Villach gestorben war, hat sein Nachfolger, ein junger Kaplan, das Klo seines Vorgängers abreißen lassen und ein Wasserklo installiert. Nachdem man die Bretter entfernt hat, ist eine Kotpyramide zum Vorschein gekommen, die vom Erdgeschoß angeblich bis zum ersten Stock gereicht hätte, völlig versteinert und vertrocknet und wie ich das gehört habe, habe ich mir gedacht, so ein Lebenswerk würde ich gerne auch hinterlassen. Niemanden damit schädigen, (lacht) hab aber das schon vor ein paar Jahren aufgegeben, weil das doch zu umständlich war, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, das ist nicht zu einfach und deswegen – das bleibt sicher die Unvollendete.“

„Das Lebenswerk“ wurde 1989 im Museum des 20. Jahrhunderts (heute: Belvedere 21) ausgestellt.

Cornelius Kolig, Lebenswerk, 1988

„Mit „Spring“ und „Triumphsäule“ auf der Längsachse des Paradieses liegendes Fallklo im Weingarten. Im Tabernakel hinter Thermoglas ein mannshoher vergoldeter Kegelstumpf, der durch lebenslanges Abkoten aus der Turmstube zu einem Spitzkegel wachsen soll. An der Ostseite des Turmes eine Aufstiegshilfe zur Schiebetür des Lebenswerkes. Von der Gartenbank aus können Zuschauer bei geöffneten Tabernakelflügeln Kotstürze beobachten. Bei Benutzung Rücksicht auf tierische Mitbewohner des Lebenswerkes nehmen (Solitärbienen, Wespen, Hornissen). Videos“

aus: Cornelius Kolig, Das Paradies, Die Bedienungsanleitung, Klagenfurt, 2013, Ritter,